Rappensteinsattel und Pfälzer Hütte

(einen Moment bitte, die Karte wird gleich angezeigt)

Gebiet Fürstentum Liechtenstein
Startpunkt Steg (1303 m)
höchster Punkt 2108 m
Gesamtanstieg 1200 Höhenmeter
Gesamtstrecke 7:00 h, 23 km
Anspruch einfach (T2, Bergwandern)
Datum 27.09.2008 (Sa.)
Route Steg (1303 m) Alpe Valüna (1409 m) Gapfahl Rappensteinsattel (2107 m) Pfälzer Hütte (2108 m) Alpe Gritsch (1897 m) Steg

 

Blick über die Rheintalebene Richtung Margelkopf

Bild 1:

Am folgenden Tag unternimmt unsere Wandergruppe eine Wanderung auf den Rappenkopf. Leider habe ich keine Zeit und so beschließe ich, die Wanderung sozusagen am Vortag vorzubegehen. Leider ist für diesen Tag noch nicht ganz so optimales Wetter vorhergesagt, aber das ist eben so. Hinter Vaduz geht es mit dem Auto die Serpentinen hoch ins Innere des Fürstentum Liechtensteins. Schon bei den Serpentinen, die hoch zum Tunneleingang bei Steg führen, verführt der exzellente Bick zum nicht vorgesehenen ersten Fotostopp, um die in der vergangenen Woche besuchte Strecke hoch zum Margelkopf zu betrachten. Die ganze Alvierkette ist gut zu sehen. Allerdings hängt unterhalb der Gipfel ein dichtes Krägelchen aus Nebel um die Berge, was bereits von der hohen Luftfeuchtigkeit und der labilen Luftschichtung an diesem Tag kündet.

Nach dem Tunnel bei Sücka lande ich kurz hinter dem Tunnelausgang auf einem größeren Parkplatz direkt an der Straße bei Steg, der zu der frühen Stunde noch fast vollständig leer ist. Es ist empfindlich kalt und der Talgrund im Schatten ist noch gefroren. Bewegung ist notwendig, um nicht auszukühlen

Noch ist die Route nicht ganz klar. Zunächst benutze ich den Forstweg rechts des kleinen Bächleins (Samina), das sich schnell zu einem anscheinend fischreichen Stausee weitet. Dort sind auch schon einige Frühaufsteher mit ihrer Angelrute zugange. Die erste Abzweigung ignoriere ich, gehe dann aber einen zweiten Weg hoch, in der Hoffnung, dass ich so früher die Sonne genießen kann als unten im Tal und dass ich den oberen Verbindungsweg Richtung Gapfahl finde. Das erste Ziel ist schnell erreicht. Durch lichten und dichten Wald geht es nach oben. Trotzdem wärmt die Sonne an manchen Stellen. Leider hört der Forstweg nach einer gewissen Zeit völlig auf (wie eigentlich auch in der Karte eingezeichnet). Trotzdem glaube ich noch, Anschluss an den oberen Wanderweg zu finden. Ein kleiner Fußweg führt auch noch weiter, er verliert sich aber bald im Dickicht aus Ästen, Stauden und Resten der durch die massiven Regenfälle der vergangenen Tage abgegangenen Muren. So bleibt mir nichts anderes übrig als wieder abzusteigen und den Talweg als Weiterweg anzuvisieren. Natürlich nehme ich den Forstweg nur soweit dies unerlässlich ist und quere dann einen Hang, der sehr schnell und trotzdem sanft abwärts führt, bis ich mich wieder auf der Straße befinde.

 

Blick nach Süden

Bild 2:

Blick in die Wanderrichtung nach Süden mit dem Talschluss.

 

Alp Valüna

Bild 3:

Alp Valüna auf 1409 m.

 

Bergflanke Richtung Westen, unterhalb des Rappensteins

Bild 4:

Wo der Weiterweg nun genau verläuft, ist nicht klar, auch einem zufällig vorbei kommenden Wanderer nicht. Denn ein Weg zweigt ab, er ist aber nicht bezeichnet. So bleiben wir einfach auf dem Weg, in der Hoffnung die in der Karte eingezeichnete Abzweigung doch nicht verpasst zu haben. Auf der andere Talseite führt eine Straße nach oben. Laut Karte verläuft hier der Wanderweg.

Bergflanke Richtung Westen, unterhalb des Rappensteins.

 

Alpe Waldboda

Bild 5:

In der Tat befinde ich mich auf dem richtigen Weg und bald ist die Bergstraße im Gegenhang erreicht. Nun geht es deutlich steiler nach oben und es empfiehlt sich auf der Straße zu bleiben und keine Abkürzungen querfeldein zu nehmen.

Bald ist die Alpe Waldboda auf ca. 1 550 m Höhe erreicht.

 

Fransen-Enzian

Bild 6:

Fransen-Enzian

 

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Alpe Gritsch

Bild 7:

Immer höher führt der Weg nun, bis die Alpe Gritsch scheinbar auf gleicher Augenhöhe liegt.

Blick über das Tal hinweg nach Nordosten mit der Alpe Gritsch im Talkessel unterhalb des Augstenberges (2359 m). Diese Alpe wird an diesem Tag vor dem Talabstieg mein letztes Etappenziel werden.

 

Blick zum Rappenstein

Bild 8:

Bald gelange ich an die Abzweigung nach Sücka, den Weg, den ich zu Beginn von der anderen Seite zu erreichen versucht hatte. 10 min sind es noch bis zur Alpe Gapfahl.

Von dieser Idylle aus ist der Gipfelbereich des Rappensteins mit seinem Gipfelkreuz (hier nicht sichtbar) gut zu erkennen.

 

Alpe Gapfahl

Bild 9:

Die Alpe Gapfahl ist schon verwaist; trotzdem lädt der Flecken nach der Anstrengung der Aufstieges zum kurzen Verweilen und Verschnaufen ein.

 

Gipfelkreuz am Rappenstein

Bild 10:

Gipfelkreuz am Rappenstein

 

Blick zum Rappenstein-Sattel

Bild 11:

Blick von der Alpe Gapfahl auf den zu erreichenden Rappenstein-Sattel (links), daneben ein unbenannter Rücken, über den ein luftiger Steig zum Heubüel hinüber führt

 

veralgter Tümpel

Bild 12:

Einige recht veralgte Tümpel gruppieren sich um die Alpe.

 

Alpe Gapfahl und Alpe Gritsch

Bild 13:

Alpe Gapfahl und das Komplementärstück auf der anderen Talseite, die Alpe Gritsch

 

Tümpel

Bild 14:

Ein weiterer kreisrunder Tümpel

 

die Samenanlagen des gelben Enzians

Bild 15:

Vermutlich die Samenanlagen des gelben Enzians

Querfeldein laufe ich nun gemütlich weiter über Stock und Stein, denn das Ziel kann ich nicht mehr aus den Augen verlieren. Der Alpweg ist mir zu langweilig und auch durch den Regen zu sehr verdreckt.

 

Blick vom Sattel aus ins Rheintal

Bild 16:

Beim Endanstieg hoch zur Scharte stoße ich wieder auf den ausgeschilderten Wanderweg. Inzwischen ist das Wetter umgeschlagen. Auf Gipfelhöhe bilden sich im Windschatten immer wieder dichte Nebelfelder. Trotzdem erscheint es sinnvoll weiter zu gehen, denn es bleibt trocken. Allerdings wird es wohl mit der guten Sicht nichts mehr. So erreiche ich den Sattel. Nach Westen ins Rheintal hinunter ist die Sicht noch ziemlich frei. Aber auf den gegenüber liegenden Bergen hat sich der Wolkenkranz deutlich verdichtet.

Blick vom Sattel aus. Die Sonne hat sich verabschiedet und es wird deutlich kälter. Ich beschließe, mit der Entscheidung zum Gipfelsturm noch etwas zu warten. Denn momentan scheint es nicht sinnvoll, im Nebel auf den Gipfel hoch zu stapfen. Außerdem ist der Einstieg ziemlich verschlammt und rutschig, so dass ich mir den Anstieg nicht antun will, wenn auf de Gipfel nicht die erwartet Belohnung winkt.

 

Alternativpfad Richtung Hebüel

Bild 17:

So bleibt Zeit zum Umschauen. Richtung Norden liegt ein Höhenrücken mit einem schmalen Grat, auf dem bzw. auf dessen Flanke der Alternativpfad Richtung Hebüel verläuft.

 

Blick hinunter ins Rheintal

Bild 18:

Hier am Sattel zweigt auch der Weiterweg Richtung Rheintal (Alpe Lawena) ab. Hier kann auch auf einem eher anspruchsvollen Weg der Falknis bestiegen werden.

Blick hinunter ins Rheintal

 

Naafkopf

Bild 19:

Im Hintergrund (mit Gipfelkreuz) ist der etwa säntishohe, schon schneebedeckte Naafkopf zu sehen.

Pfälzer Hütte

Bild 20:

In der Verlängerung der Naafkopf-Flanke nach Norden sitzt in einem Sattel die nur mit dem Teleobjektiv sichtbare Pfälzer Hütte. Angesichts der beschränkten Sicht reift nun der Entschluss statt des Gipfelanstieges einfach die Tour um die Strecke hoch zur Pfälzer Hütte (die wir schon fünf Jahre vorher bei der Besteigung des Naafkopfes besucht hatten) zu verlängern. Dort scheinen auch bessere Verhältnisse zu herrschen.

 

Blick zurück zum Sattel

Bild 21:

Die Würfel sind gefallen. Ich begebe mich wieder nach unten und zwar so lange, bis ich auf die noch von der Sonne beschienene Höhe komme. Dort halte ich Mittag und lege eine lange Mittagsschlaf-Rast ein.

Blick zurück zum Sattel, der inzwischen doch wieder ziemlich nebelfrei ist. Nochmal aufzusteigen kommt aber nicht mehr in Frage. Das war einfach zur falschen Zeit am richtigen Platz gewesen.

 

Alpe Gapfahl

Bild 22:

Noch ein Blick über die Alpe Gapfahl hinweg.

 

Naafkopf

Bild 23:

Naafkopf mit Gipfelkreuz

 

Teufelspilz

Bild 24:

Teufelspilz

 

Weg zur Pfälzer Hütte.

Bild 25:

Auch um den Naafkopf legt sich immer wieder mal ein leichtes Nebelband.

Um zur Pfälzer Hütte zu gelangen, muss ich zunächst einen Großteil der Höhe aufgeben, dann einen Hang, sowie den zwischen Naafkopf und Falknis herab stürzenden Bach queren und dann über den verbuschten Hang wieder auf die Hochebene Naaftal aufsteigen.

 

Anstieg zur Pfälzer Hütte

Bild 26:

Den für den Aufstieg genutzten Alpweg (feste Straße), ausgehend von der Alpe Gapfahl, möchte ich nicht noch einmal gehen. Die Stelle, an der meine Wegabzweigung liegt, kann ich von oben deutlich erkennen und es wird auch sichtbar, dass einem Direktabstieg durch einen Einschnitt letztlich nichts im Wege steht, zumindest sieht es so aus. Anfänglich ist der Abstieg querfeldein auch völlig problemlos. Kurz vor der Alpe versperren jedoch Sträucher und eine steile Einmündung eines Nebenbaches ein leichtes Durchkommen. Mit etwas Gymnastik und einem etwas steileren Abstieg durch die dichte Vegetation hindurch ist das Problem aber auch nicht unüberwindlich.

Direkt an der Alpe (1701 m) erreiche ich den offiziellen Wanderweg, der parallel, aber höher gelegen, zu dem auf dem Karte eingezeichneten Wanderweg verläuft. Diese Weg quert den Hang halbhoch; er führt an der Stelle vorbei, an der morgens die Menschenmenge eifrig mit Pflege-Arbeiten beschäftigt gewesen war und berührt dann am tiefsten Punkt den Fuß einer senkrechten Bergflanke. Kurz darauf gelangt man an die nächste Verzweigung

An der Verzweigung kann man entweder ins Tal anch Steg absteigen oder zur Pfälzer Hütte - mein Zwischenziel - aufsteigen. Über leicht abschüssige Flanken wird nun einer der Zuflüsse der Samina gequert. Auf der anderen Seite taucht man zunächst in das schon erwähnte buschiges Gelände ein, das man auf gut ausgebautem Weg ansteigend durchquert.

Bald darauf erreicht man wieder freies, zunächst fast ebenes Gelände. Ganz am Ende des Tals erhascht man bereits hin und wider einen Blick auf die angepeilte Pfälzer Hütte, auf einer Anhöhe im Sattel zwischen Augstenberg und Naafkopf gelegen.

 

Pfälzer Hütte

Bild 27:

Pfälzer Hütte

Die Hochebene ist schnell überwunden, jetzt will der Schlussanstieg bewältigt werden. Der Endanstieg ist nochmals anstrengend und dementsprechend atemlos komme ich oben an. Eine Verschnauf- und Fotografierpause ist damit angesagt.

 

Augstenberg

Bild 28:

Augstenberg - an dessen Südfuß führt anschließend mein Weiterweg zur Alpe Gritsch vorbei.

 

Blick nach Nordosten

Bild 29:

Blick nach Nordosten, am Spitz vorbei. Im Tal liegt der Nenzinger Himmel.

 

Pfälzer Hütte

Bild 30:

Pfälzer Hütte

 

Blick nach Nordosten

Bild 31:

Blick nach Nordosten, am Spitz vorbei (Straleck, der Speerähnliche Berg?)

 

Gipfel

Bild 32:

Manchmal lüftet sich der Nebelschleier und erlaubt einen Blick auf den Gipfel jenseits des Nenzinger Himmel - Tales.

 

Bild 33:

Gipfel und Gipfelkreuz des Spitz

 

Bild 34:

Schlagartig verändert sich nun die Lage. Von Westen ziehen dicke Nebelwolken auf. Im Schatten wird es recht kalt, aber sonnige Inseln sind noch zu sehen. So wird es Zeit für den Aufbruch.

Ein letzter Blick zurück auf den Naafkopf.

 

Bild 35:

Dann hüllt der Nebel alles ein. Auf breitem Weg geht es nun fast ohne Höhe zu verlieren auf eine Anhöhe zu. Dahinter steigt der weg steil hinunter zur nebelverhangenen Alpe Gritsch mit seinem überdimensionalen Steinpferch.

 

Bild 36:

Ein für den Winter wohlvorbereitetes wohlgenährtes Murmeltier, das still und einsam Wache hält.

 

Bild 37:

Auf gutem Weg geht es nun wieder hinunter ins Tal; das letzte Stück kürze ich am Bach entlang ab.

Die von Waldarbeitern genutzte Rüfihütte kurz vor der Alpe Valüna.

 

Pilze am Wegesrand

Bild 38:

Pilze am Wegesrand

 

Zurück am kleinen Stau- und Anglersee kurz vor Steg

Bild 39:

Zurück am kleinen Stau- und Anglersee kurz vor Steg angelangt.

 

Stausee

Bild 40:

Der Stausee